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Mittwoch, 18. April 2018

Ministerpräsident Bouffier besucht Deutsches Zentrum für Lungenforschung am Standort Max-Planck-Institut in Bad Nauheim

Atemtest zur Früherkennung von Lungenkrebs. Stefanie Dobersch und Karla Rubio, Wissenschaftlerinnen am MPI, erklären Ministerpräsident Volker Bouffier (vorne), die molekularbiologischen Verfahren, die dem Nachweis von Tumormarkern in der Atemlust zugrunde liegen. Foto: MPI - Annette Hausmanns.

 Beispiel für gelungenen Wissenstransfer von der Forschung in die Klinik

 

Im Rahmen der Zukunftswochen der hessischen Landesregierung besuchte Ministerpräsident Volker Bouffier am heutigen Mittwoch das Max-Planck-Institut für Herz- und Lungenforschung (MPI) in Bad Nauheim. Das Institut bildet zusammen mit den Einrichtungen der Lungenforschung an den Universitäten Gießen und Marburg das „Universities of Giessen & Marburg Lung Center“ (UGMLC), welches wiederum die Federführung im Deutschen Zentrum für Lungenforschung (DZL) innehat. Das DZL ist ein Zusammenschluss aus 28 führenden universitären und außeruniversitären Einrichtungen an 5 Standorten mit mehr als 240 leitenden Wissenschaftlern und deren Arbeitsgruppen, die sich der Erforschung von Lungen- und Atemwegserkrankungen widmen.

 

Friedrich Grimminger, Vorstand des UGMLC, betonte in seiner Begrüßung die „translationale Mission“ dieses Forschungsverbundes. „Wir müssen uns daran messen lassen, dass wir die Erkenntnisse der Grundlagenforschung aufgreifen und sie in verbesserte Diagnose- und Behandlungsverfahren für Patienten mit Lungenerkrankungen umsetzen: in dieser Hinsicht hat das UGMLC Vorzeigecharakter“, betonte er. Diese Überlegung wurde von Werner Seeger, Sprecher des DZL, in den Kontext der bundesweiten Lungenforschung gestellt: "Die Forscher der DZL, welches neben dem UGMLC auch die Standorte Kiel/Lübeck, Hannover, Heidelberg und München umfasst, erforschen ein breites Spektrum unterschiedlicher Lungenerkrankungen, darunter Asthma und Allergien, die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD), Mukoviszidose, Lungenfibrose, Lungenentzündung, akutes Lungenversagen, Lungenhochdruck und Lungenkrebs. Nur durch die Bündelung aller Kräfte gelingt es, Antworten auf die drängenden Probleme dieser wichtigen Volkskrankheiten, für die es bislang nur unzureichende Therapiemöglichkeiten gibt, zu finden.“

 

Dass dabei exzellente Grundlagenforschung immer Ausgangspunkt des Erkenntnisgewinns sein wird, wurde von Thomas Braun, Geschäftsführender Direktor des MPI, hervorgehoben: „Dem Motto Max Plancks - Dem Anwenden muss das Erkennen vorausgehen- erforschen wir am MPI in Bad Nauheim grundlegende Lebensvorgänge auf zellulärer und molekularer Ebene. Unser Ziel ist es, fundamentale, neue Mechanismen zu dechiffrieren, die für eine normale Funktion von Herz und Lunge notwendig ist, aber auch Ausgangspunkt für neue Ansätze in der Klinik sein können“. Dass dieser Transfer gelingt, wurde von Ardeschir Ghofrani, Mitglied des UGMLC, aufgezeigt: dem Team der Gießener/Bad Nauheimer Lungenforscher gelang es in den letzten Jahren, mehrere neue Ansätze der Behandlung des Lungenhochdrucks in die Therapie einzuführen und zur weltweiten Zulassung zu bringen, wofür 2015 der Zukunftspreis des Bundespräsidenten zuerkannt wurde. 

 

Neben der nationalen Führungsrolle in der Lungenforschung sind sowohl das UGMLC als auch das MPI für Herz- und Lungenforschung in zahlreiche internationale Verbünde eingebunden und unterhalten sogar Forschungslabore in anderen Ländern, wie unter anderem in Tibet/China und Buenos Aires. Zudem kommen Wissenschaftler aus der ganzen Welt an das UGMLC und das MPI nach Bad Nauheim, um hier auf internationalem Spitzenniveau zu forschen.

 

Über die konkrete Arbeit der UGMLC/MPI-Forscher konnte sich Ministerpräsident Bouffier beim anschließenden Rundgang durch die Labore informieren. So stellte Guillermo Barreto einen kürzlich entwickelten Atemtest zur Früherkennung von Lungenkrebs vor. An anderer Stelle konnte Bouffier an sogenannten konfokalen Lasermikroskopen live verfolgen, wie sich entwickelnde Zellen ihre Funktion aufnehmen. Als weitere nicht-invasive Bildgebungsverfahren stellten Forscher dem Ministerpräsident neueste Untersuchungstechniken der Echokardiografie und der Kernspintomographie zur Untersuchung der Herz- und Lungenfunktion bei Kleintieren vor.

 

Bouffier lobte zum Abschluss die äußerst erfolgreiche Arbeit der Forscher des UGMLC und des MPI, die vielen Patientinnen und Patienten und auch unserem Land zugute komme. Das Land Hessen unterstützte die Arbeit dieser Forschungseinrichtungen seit Jahren mit Millionenbeträgen, und er sei sehr froh darüber, dass diese Unterstützung in äußerst erfolgreiche Forschungstätigkeit gemündet sei.

MH/WS


Pressekontakt

 

Dr. Matthias Heil

Pressesprecher

Ludwigstraße 43

61231 Bad Nauheim

Tel. +49 (0)6032 705-1705

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